Sonntag, 27. Juni 2010

Eine Mutter, die immer hilft

27. Juni - Fest Maria, Mutter von der immerwährenden Hilfe

Die Ikone der "Mutter von der immerwährenden Hilfe" zeigt die Hodegetria, die Führerin oder Wegbegleiterin, mit dem Jesuskind auf dem Arm, das mit erwachsenen Zügen vertrauensvoll beide Hände in die geöffnete Hand der Mutter legt. Das Jesuskind hat seinen ernsten Blick auf den Erzengel Gabriel gerichtet, der ihm das Kreuz zeigt. Eine Sandale des Jesuskindes hat sich im Schreckensmoment gelöst. Links auf dem Bild trägt der Erzengel Michael als weitere Leidenswerkzeuge die Lanze und den Essigschwamm. Die Gottesmutter schaut auf den Betrachter und ihr Blick scheint lebendig und ändert den Ausdruck. Die Schriftzeichen neben dem Kopf der Frau bedeuten MUTTER GOTTES und neben dem Kind JESUS CHRISTUS.

Was sagt uns die 'Mutter von der Immerwährenden Hilfe'? Sie hilft immer, in Verbindung mit ihrem Sohn, wenn wir Christus gehorsam sind, der Gott gehorsam ist. Worum geht es in dem Bild? Wir müssen Heilige werden, durch das, was wir erleiden. Auch wenn wir nur eine Sandale auf unser irdischen Pilgerschaft verlieren mögen - MARIA hält uns und hilft immer!

Der Legende nach hat der Evangelist Lukas das Bild der Wegbegleiterin gemalt, das nach langer Reise in Rom den Redemptoristen anvertraut wurde. Mehr bei Transalpine Redemptoristen at home

Die Kirche Maria Hilf in Köln mit dem bislang einzigen wieder an die Chorwand versetzten Hochaltar im Erzbistum Köln und einer schön gearbeiteten Kreuzigungszene mit Maria und Johannes und dem Gottessohn am Kreuz feierte heute Patrozinium. Zelebrant Pater Marc Brüllingen hielt eine einfühlsame Festpredigt über die Gottesmutter. Ihre Verbundenheit mit ihrem Sohn und dem Jünger "den er liebte" konnte der Gottesdienstbesucher gleichzeitig anschaulich in der sinnreichen Kreuzigungszene über dem Altar betrachten. (siehe das Kreuzeswort Jesu: „Siehe, dein Sohn – siehe, deine Mutter“ Joh 19,25ff). Es wurde ein lateinisches Choralamt gemäß dem überlieferten römischen Ritus (Liturgie von 1962) gesungen. Herzlichen Glückwunsch zum Festtag!

Samstag, 26. Juni 2010

Mit der Fähigkeit des Lächelns


In einem entzückenden und gastfreundlichen Ambiente, das der geistigen Nahrung nicht nachstand, traf sich eine kleine Gruppe interessierter Laien am vergangenen Wochenende in Bonn zu einem privat organisierten Seminar über den römischen Ritus der katholischen Kirche. Pater Martin Reinecke stellte seine profunden Kenntnisse mit der Fähigkeit des Lächelns zur Verfügung und ging aufgrund reger Nachfragen und Diskussionen flexibel mit dem Themenkatalog um. Hans-Clemens Köhne hat dazu eine Zusammenfassung auf ‚Motu Proprio: Summorum Pontificum veröffentlicht.

Da in der heutigen Liturgie alles Kultische des jüdischen und christlichen Erbes der ungetrennten Kirche des 1. Jahrtausends weitgehend durch Neuerungen ersetzt worden ist, die die alten Tradition zerstören, bedarf es mehr solcher Veranstaltungen – auch seitens der Kirche - , damit die Laien im liturgischen Durcheinander ‚liturgiefähig’ bleiben. Reformen müssen eben vermittelt und nicht nur mehr oder weniger gewissenhaft aufgezwungen werden.

Dieses Seminar war eine Antwort auf die Not unserer Zeit, die eine geistige ist. In den beiden Heiligen Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus (s. auch die beiden vorherigen Beiträge) erlebten die Teilnehmer einen Ritus, der in der Überlieferung der vereinten Christenheit des 1. Jahrtausends wurzelt. Der Gläubige sieht die anbetenden Gesten der Priester und der Altardiener, es steigen als Zeichen der Verehrung Weihrauchwolken zum Himmel auf, und es singt ein Chor, der wesentlicher Bestandteil der Kulthandlung ist. Man darf hoffen, daß Besucher dadurch berührt werden und über die eucharistische Feier und ihre Form zu den Sakramenten finden. So kann die Kirche in den Herzen der Menschen weiterleben.

Dienstag, 22. Juni 2010

FORMA EXTRAORDINARIA BONNAE

Auf der Suche nach dem rechten Verständnis der römischen Meßliturgie trafen sich auf die großzügige Einladung eines engagierten Ehepaares hin am vergangenen Wochenende ein Kreis gläubiger und interessierter Laien in Bonn-Bad Godesberg. Pater Martin Reinecke referierte im gastfreundlichen Ambiente mit künstlerischem Rahmenprogramm fachkundig über die römische Meßliturgie und bot Überlegungen zum richtigen Verständnis der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils an, die lebhaft nachgefragt und diskutiert wurden. Wir werden bei VIRIDISSIMA VIRGA zu einem späteren Zeitpunkt einige Gedanken zu diesem Seminar der anderen Art veröffentlichen, das zur Nachahmung zu empfehlen ist. 'Motu Proprio: Summorum Pontificum' hat hierzu am 23.06.2010 schon einen Bericht veröffentlicht.


Die Höhepunkte des Wochenendes waren zwei Heilige Messen in der Forma extraordinaria, also in der Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform. Diese Fassung wird seit 2007 auch als außerordentliche Form des Römischen Messbuches bezeichnet und wird entgegen der päpstlichen Rechtsetzung sehr selten gefeiert.
Um es vorwegzunehmen, auch diejenigen, die vielleicht noch nie an einer Heiligen Messe in dieser Form des römischen Ritus teilnehmen konnten, erlebten am Samstag, den 19. Juni 2010, dem letzten Tag des Priesterjahres, am frühen Morgen in der Michaelskapelle unterhalb der Godesburg in Bad Godesberg das Grundprinzip der liturgischen Bewegung im 20. Jahrhundert, die „participatio actuosa". Trotz fehlender römischer Messbücher konnten die ca. 20 Gottesdienstbesuchern dem Zelebranten Pater Martin Reinecke bei der Zelebration der Heiligen Messe am Festtag der Heiligen Juliana Falconieri, Gründerin der Servitinnen, folgen und dies ohne jegliche Einführung. Diejenigen, die nicht alles in lateinischer Sprache mitbeten und mitsingen konnten, erlebten eine Hl. Messe, die zur inneren Sammlung führte, die die heute üblichen neuen 'Bet-Sing-Mitmach-Messen' mit häufig liturgisch unpassendem Liedgut nicht ermöglichen können.

Manch einer stellte an diesem Ort vielleicht fest, daß ältere Kirchen für den überlieferten römischen Ritus gebaut worden sind. Wer an der fest installierten barocken Kommunionbank niederkniete, die den Saalbau gegenüber dem Chorraum abschließt, konnte den Stil der kurkölnischen barocken Hofkunst am Ende des 17. Jahrhunderts, deren einziger Zeuge die Michaelskapelle ist, verstehen. An dieser Stelle wirkt der Chorraum, wenn der neue Volksaltar weggeräumt ist, auf einmal überwältigend großdimensioniert. Der bis zur Decke reichende barocke Hochaltar baut sich auf und lässt den Heiligen Michael auf dem Monte San' Angelo auf dem Gargano in Apulien erscheinen. Die nachempfundene Grotte, in der St. Michael steht, enthält Steine des Gargano.

Ein weiteres eindrucksvolles Zeugnis überlieferter Frömmigkeit gab das überraschend gut besuchte Levitierte Hochamt mit Gregorianischem Choral in der außerordentlichen Form des römischen Ritus in der Kirche auf dem Bonner Kreuzberg am Sonntag, den 20. Juni 2010. Die Choralschola St. Peter, Köln, unter Leitung von Kantor Friedhelm Stupp sang auf der Empore der barocken Kreuzbergkiche großartig das Proprium und im Wechsel mit dem Volk das Asperges, die 11. Choralmesse und das I. Credo. Zum Abschluß sangen geschätzte 160 bis 170 Gottesdienstbesucher das SALVE REGINA zu Ehren der Muttergottes. Pater Reinecke wies zu Beginn seiner Predigt auf das anstehende Jubiläum des 3. Jahrestages des Motu Proprio „Summorum Pontificum" von Papst Benedikt XVI. hin, mit dem dieser die Hl. Messe in der überlieferten Form wieder für die breite Öffentlichkeit zugängig machen möchte. Er dankte dem Hl. Vater ausdrücklich für das Motu proprio. So wurde dieser außergewöhnliche, außerordentliche Sonntagsgottesdienst ein Dankgottesdienst, in dem auch die vielen Helfer, Freunde und Unterstüzer in die Anliegen eingeschlossen wurden.

Die barocke Bonner Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn vergegenwärtigte an diesem Sonntag nicht nur die heilige Stiege, die Jesus Christus zum Gericht bei Pontius Pilatus als Weg zu unserem Heil beschritt und das Heilige Grab, das Haus Nazareth und die Geburtsgrotte. Die Chöre der Engel brechen in die Kirche herein, wie der Chor beim feierlichen Einzug des Priesters und der Diakone mit den Opfergaben in dem alten Ritus der Kirche von Jerusalem singt.

Johannes Chrysostomos schreibt in seinem Buch über das Priestertum:
„Zu dieser Zeit umringen Engel den Priester. Das ganze Heiligtum und der Raum um den Altar ist angefüllt mit himmlischen Heerscharen dem zu Ehren, der auf dem Altar liegt." (Klaus Gamber, Zurück zum gemeinsamen Erbe, St. Ottilien, 1999, S.33.)


Es bleibt aufgrund des unerwartet hohen Zuspruchs durch die zahlreichen Besucher die Hoffnung, daß die Heilige Messfeier in der außerordentlichen Form des römischen Ritus von den verantwortlichen Stellen als der 'verborgene Schatz', den es eiligst zu bergen gilt, endlich entdeckt wird.

"Wenn das Alte und Bewährte wiederholt wird, dann muss es auch seine klärende und befreiende Kraft für heute erweisen. Dies ist wahrhaft katholisch."Die eigene Stimme deutlich werden lassen. Plädoyer für eine selbstbewußte Kirche in Deutschland - Von Bischof Karl Lehmann,
Würzburger katholisches Sonntagsblatt, Weihnachten 1999, S. 12.

Dienstag, 15. Juni 2010

FREUDE.JOY.JOIE.BONN - AUSSERORDENTLICH

Unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit und begleitet von breiter Berichterstattung in den Medien hat Papst Benedikt XVI. vor fast genau 3 Jahren mit seinem Motu Proprio "Summorum Pontificum" die überlieferte, "klassische" Form des katholischen Messritus "rehabilitiert". Seither gilt diese Form der Messe als "außerordentliche Form" des römischen Ritus.

Im zeitlichen Umfeld des dritten Jahrestages dieses Motu Proprio finden nun am kommenden Wochenende in Bonn ( Stadtslogan: FREUDE.JOY.JOIE.BONN) zwei Messen "außer der Reihe" in dieser "außerordentlichen Form" - an besonders schönen Orten - statt:

Zunächst - im etwas kleineren Rahmen -

am Samstag, dem 19. Juni, um 8.00 Uhr in der Michaelskapelle (unterhalb der Godesburg in Bonn Bad Godesberg),

sowie, besonders hervorzuheben,

am Sonntag, dem 20. Juni, um 16.00 Uhr als festliches Hochamt (mit Choralschola etc.) in einer der schönsten Kirchen Bonns, der Kreuzbergkirche in Bonn Ippendorf.

In beiden Fällen dürfte es sich um die ersten Messen handeln, die in den jeweiligen Sakralbauten seit der Liturgiereform der sechziger/siebziger Jahre wieder in der "klassischen Form" gefeiert werden. Damit wird an zwei exponierten Orten Bonns einem wichtigen Anliegen des Papstes Rechnung getragen (und es gibt in "schwierigen Zeiten" auch einmal wieder etwas Positives aus dem "katholischen Bonn" zu melden...).

Aktualisierung vom 16.06.2010:
Ein langjähriger Freund der gregorianischen Messe schickte heute folgende Korrektur:
"Die Messe am Sonntag auf dem Kreuzberg ist nicht die erste Messe seit der de facto Zerstörung des römischen Ritus. Vor ca. 5 Jahren fand dort ein Requiem statt, zelebriert von der FSSP."
Ein Dank an den Fachmann für diesen Hinweis.

weitere Aktualisierung vom 18.06.2010:
Folgende Korrekturmeldung ging von einem Bad Godesberger Katholik ein. Auch in der Godesberger Michaelskapelle hatte es seit der Liturgiereform schon einmal eine Heilige Messe im überlieferten Römischen Ritus gegeben. P. Axel Maußen, mittlerweile Distriktoberer der FSSP, feierte hier in seiner Heimatgemeinde 1993 seine sehr gut besuchte Primiz. Noch heute erzählt man in der zwischenzeitlich ständig neuen Reformen unterworfenen katholischen Gemeinde mit stark fallender Zahl von Gottesdienstbesuchern von einem sehr schönen Gottesdienst.

Wie man sehen kann, geht die 'Priesterbruderschaft St. Petrus' der 'wahren Reform der Kirche in Deutschland' schon seit vielen Jahren an vielen Ort voran.

Sonntag, 6. Juni 2010

Vergessene Heilige - vergessene Kirchen Zyperns



In der ökumenischen Feier zu Beginn seines Besuchs auf Zypern rief Papst Benedikt die Heiligen in Erinnerung, die "Zierde der Kirche in Zypern sind, unter ihnen besonders den heiligen Epiphanius, Bischof von Salamis". Papst Benedikt XVI. zeigte sich dankbar für diese Begegnung und die brüderliche Zuneigung und bat die Heiligen Barnabas und Epiphanius sowie die Heiligen Petrus und Paulus und alle Heiligen Gottes, unsere Gemeinden zu segnen, uns im Glauben der Apostel zu bewahren und unsere Schritte auf dem Weg der Einheit, der Liebe und des Friedens zu führen.

In den beiden Heiligen Messen am Samstag, 5. Juni 2010 und am Sonntag, 6. Juni 2010 (Fronleichnam) in Nicosia/Zypern beteten wir mit dem Heiligen Vater, den mit ihm verbundenen aber auch den nicht-unierten Priestern und Seiner Seligkeit Chrysostomos II., orthodoxer Erzbischof von Zypern, zum Hl. Franziskus, zum Hl. Barnabas und zum Hl. Maron. Eine Beschäftigung mit diesen Heiligen lohnt, weil der Papst uns ihnen anvertraute.

Zyperns Zierde in weiterer Auswahl:

1. Die Gottesmutter Maria, Königin des Himmels, die auf Zypern den furchtbaren orgiastischen Aphrodite-Kult mit Tempelprostitution (dem phönizischen Astarte-Kult verwandt) zerstören half und in die fruchtbringende Verehrung der Gottesmutter wendete, die uns zu Ihrem Sohne führt.

2. Der Hl. Lazarus, der auf den Zuruf von Jesu „Lazarus, komm heraus!“ noch mit den Grabtüchern umwickelt lebendig sein Grab (Joh 11, 41–44) verlässt, wird als erster Bischof von Larnaka verehrt, eingesetzt von Paulus und Barnabas, als diese Zypern bereisten. Die Verehrung des Hl. Lazarus beendete den trostlosen antiken Adonis-Kult. Adonis, der jugendliche Liebhaber der Aphrodite wurde nach seiner Ermordung durch den eifersüchtigen Kriegsgott Ares in ein Lattichfeld gebettet. Aus seinen Blut wuchsen rote Anemonen. Die untröstliche Trauer Aphrodites ließ alles um sie herum verdorren, die Tiere wurden unfruchtbar, die Vögel hörten auf zu singen. Als alles Leben zu ersterben schien, hatte Zeus ein Einsehen und erlaubte die Rückkehr von Adonis aus dem Totenreich, jedoch nur für vier Monate des Jahres, denn Persephone, die Herrin des Hades wollte den schönen Jüngling nicht mehr hergeben. Bis heute hält sich auf Zypern der Brauch, zu Ehren des Hl. Lazarus Schalen mit ihm Haus gezüchteten Lattich und Weizen aufzustellen, aber der Würgegriff des Adonis-Kultes ist gebrochen.

3. Der Hl. Philon soll als Patron vor der Zerstörung von Kirchen schützen. Die ihm geweihte Kirche Ayios Philon auf der Karpaz Halbinsel steht für die tragische Kirchenzerstörung im Norden Zyperns und fordert stumm zu unserem Gebet auf, jedoch in ihrer stillen Erhabenheit auch zum Lobpreis des Ewigen Gottes.



4. Ein weiterer Heiliger könnte derzeit wieder zu größerer Ehren kommen, der Heilige Mamas, der im Kloster Agios Mamas in Güzelyurt im Norden Zyperns verehrt wird.
Steuerzahler, denen kein weltliches Gericht helfen kann, verehren ihn und Steuerhinterzieher haben ihn auf Zypern zu ihrem Schutzpatron erklärt. Der Hl. Mamas hatte als Eremit in einer Höhle nahe Morpho keinerlei Einkommen und weigerte sich daher Steuern zu zahlen. Auf dem Weg zum verantwortlichen byzantinischen Statthalter sprang ein Löwe aus dem Gebüsch und wollte sich über ein Lamm hermachen. Mamas überzeugte ihn davon, ihm als Reittier auf seinem Weg in den Palast zu dienen. Der beeindruckte Statthalter erließ dem Eremiten auf Lebenszeit alle Steuern.

4. Der Hl. Barnabas, den Papst Benedikt XVI. mehrfach auf Zypern angerufen hat, Fürsprecher für die Heidenmission, wurde im antiken Salamis beerdigt. Neben dem heute leeren Grab entspringt eine Quelle, der Heil- und Wunderkraft nachgesagt werden, besonders für unfruchtbare Frauen und Hautkranke. Ein unübersehbarer Hinweis des Himmels auf die heilsnotwendige Taufe für die Heiden. 1953 wurde über dem Grab eine neue Kapelle errichtet. Papst Benedikt XVI. wurde durch die schwierige politische Teilung des Landes an dieser Wallfahrt gehindert.

In der maronitischen Kathedrale von Zypern sprach er heute am Festtag Fronleichnam 2010 die folgenden Worte: "Wenn ich dieses Gotteshaus besuche, begebe ich mich im Geiste auf Wallfahrt zu allen maronitischen Kirchen auf der Insel."

Sicher hat er keine christliche Kirche oder heute als Moschee besetzte Kirche des Landes dabei vergessen, die einmal die Lob- und Bittgesänge der Christen hörten und den kostbaren Leib und das Blut Christi beherbergten.

Alle Heiligen Gottes, bittet für uns!

„Maroniten, bleibt eurem Erbe treu!“

Papst Benedikt XVI. bestärkte zum Abschluß seiner apostolischen Reise nach Zypern in der überfüllten maronitischen Kathedrale Unserer Lieben Frau von den Gnaden in der Hauptstadt Nicosia am heutigen Sonntagnachmittag, 6. Juni 2010, anlässlich einer Marienfeier mit Dank- und Bußgebeten in der syrischen Liturgietradition die Maronitische Gemeinde. Trotz aller Schwierigkeiten in der Geschichte seien die in Einheit mit dem Papst stehenden Maroniten dem Glauben ihrer Väter treu geblieben. Diese beständige Gemeinschaft dränge zur Evangelisierung:

„Zusammen mit den Christen auf der ganzen Welt sind wir Teil jenes großen Tempels, des mystischen Leibes Christi. Unser geistiger Gottesdienst, der in vielen Sprachen, an vielen Orten und in einer schönen Vielfalt von Liturgien dargebracht wird, ist Ausdruck der einen Stimme des Volkes Gottes, das im Lob und Dank an ihn und in der beständigen Gemeinschaft untereinander geeint ist. Diese Gemeinschaft, die uns sehr am Herzen liegt, drängt uns, die Gute Nachricht unseres neuen Lebens in Christus der ganzen Menschheit zu bringen.“

Der Papst könnte mit seinem Aufruf an die maronitische Gemeinde von Zypern auch die Bewahrung der Muttersprache Jesu Christi gemeint haben. In der Liturgie der zyprischen Maroniten werden aramäische Passagen verwandt. Papst Benedikt sprach während der Feier ebenfalls einige Sätze auf Aramäisch. Im Dorf Kormakitis, das im Nordteil Zyperns liegt, hat die aramäische Sprache die 1200 Jahre, die die Maroniten auf Zypern leben, mit Abwandlungen überlebt. In der maronitischen Schule von Nicosia wird sie laut www.kath.net seit einigen Jahren zweimal wöchentlich unterrichtet. Die Sprache namens «Sanna» heißt wörtlich übersetzt «unsere Sprache».

Samstag, 5. Juni 2010

Die Lateiner von Zypern sind wir

Wenn am heutigen Tag des hl. Bonifatius, Apostel der Deutschen, anlässlich der Reise von Papst Benedikt XVI. nach Zypern der bedeutende Sohn der katholischen Kirche Deutschlands, aber auch sein Kurienkardinal Kasper, vom Gastgeberland und dem Nahen Osten als Repräsentanten der LATEINISCHEN KIRCHE wahrgenommen werden, dann dürfen auch wir LATEINER sein.

Wie die glanzvolle Geschichte von Katholiken jedoch enden kann, zeigt uns die Geschichte Zyperns. Die offizielle Internetseite zum Papstbesuch benötigt für den tragischen Ablauf einige Zeilen, die man hier in englischer Sprache nachlesen kann. Mächtige äussere Feinde und Streitigkeiten innerhalb der fränkischen Parteien, die den katholischen König von Jerusalem und Zypern stellten, führten das einstmals wohlhabende lateinische Inselreich dem Ruin entgegen, bis es schließlich 1571 unter die Gewalt der Osmanen [Türken] geriet.

Ferdinand Holböck schreibt in seinem Buch 'Gottes Nordlicht - Die hl. Birgitta von Schweden und ihre Offenbarungen', Christiana-Verlag, Stein am Rhein/Schweiz, 1983, S. 145ff von prophetischen Worten der hl. Birgitta von Schweden .

Die Hl. Birgitta war am 14. April 1372 auf dem Weg ins Heilige Land mit einer Pilgergruppe in dem fränkischem Königreich gelandet, das 1196 die katholische "Staatsreligion" eingeführt hatte, um auch die orthodoxen Inselbewohner zu bekehren. Birgitta nahm in Famagusta und Nicosia sofort Kontakt mit der verwitweten Königin Eleonora, der Tochter des Königs von Aragonien auf, die um ihren Rat suchte. Diese befolgte die göttlich inspirierten Offenbarungen Birgittas nicht. Lesen wir (s. Ferdinand Holböck: Gottes Nordlicht, Stein am Rhein/Schweiz, 1983, S. 149ff) was passierte. Es kommt uns bekannt vor:

"Die Kaufleute von Genua und Venedig [Anmerkung: vorgebliche Katholiken] hatten damals auf Cypern übermässigen Einfluss und und wurden darum überall mit Misstrauen betrachtet. Ihrer Übergriffe wegen und infolge des Mordes an König Peter I. herrschte Uneinigkeit und Feindseligkeit auf der Insel. Alle Sorgen um ihre Zukunft suchten aber die Cyprioten damals in einem Meer von Ausschweifungen zu ertränken. So war die Lage, als Birgitta auf der Insel Cypern erschien. Sie war damals wie ein lichter Stern in der Nacht der Laster und Verbrechen, die auf dieser Insel herrschten. Der Ruf der Heiligkeit war Birgitta auch hierher vorausgeeilt, und man begegnete ihr überall mit grosser Ehrfurcht. Königin Eleonora bat Birgitta um ihr Gebet und vertraute ihr das Missliche ihrer gegenwärtigen Lage an. Sie hatte im Sinn, in ihre spanische Heimat zurückzukehren. Christus aber erschien Birgitta und sagte ihr, sie solle der Königin empfehlen, nicht in ihre Heimat zurückzukehren, auch nicht eine neue Ehe einzugehen, auch nicht ihres Mannes Ermordung zu rächen, vielmehr ihrem Sohn Peter als gute Ratgeberin zur Seite zu stehen. (vgl. Offenbarungen, Buch VII, Kap. 16).

Während ihres 14-tägigen Aufenthaltes in Famagusta hatte Birgitta nicht bloss die Verkommenheit am [katholischen] Königshof Cyperns, sondern auch im [katholischen und orthodoxen] Volk zu beobachten. Sie musste im Auftrag Christi den Bewohnern von Famagusta [behauptete 365 christliche Kirchen - heute überwiegend eine Geisterstadt und türkisch besetzter militärischer Sperrbezirk] sagen: 'Diese Stadt ist ein Gomorrha und brennt im Feuer der Unzucht, des Überflusses und des Ergeizes. Darum werden ihre Gebäude einstürzen; die Stadt wird zerstört und verwüstet werden; ihre Einwohner werden auswandern und vor Schmerz und Kummer seufzen; sie werden abnehmen, und ihre Schande wird in vielen Ländern bekannt werden, weil Ich ihnen zürne'. (vgl. Offenbarungen, Buch VII, Kap. 16, Zusatz)."

Das Strafgericht Gottes, dass Birgitta im Auftrag des Herrn angekündigt hatte, traf ein. Noch im Oktober 1372 begannen blutige Auseinandersetzungen zwischen Genuesen und Venezianern, den Reichsverweser ließ Königin Eleonora vor ihrem eigenen Weggang nach Aragonien ermorden, ihr 26-jähriger Sohn starb ohne einen Erben zu hinterlassen. Nach 200 Jahren geriet die ruinierte christliche Bevölkerung - laut einigen Quellen aufgrund von Geheimverhandlungen als Unterpfand der christlichen Mittelmeerländer - nach der Seeschlacht von Lepanto 1571 unter die Gewalt der Türken.

Wir sollten die zyprischen Predigten des lateinischen Papstes ernst nehmen.



P.S. an die Wissenschaftler unter den Lesern: es fehlt meines Wissens nach bis heute noch eine kritische Ausgabe der "Offenbarungen der heiligen Birgitta". Holböck benutzte den Druck 1680 München aus der Bibliothek der Erzabtei St. Peter in Salzburg.

Maronitischer Lobpreis Gottes auf Zypern

Wie leben eigentlich unsere maronitischen Schwestern und Brüder auf Zypern? Wer sich das fragt, muss die heutige musikalische Darbietung der Maroniten auf Zypern in der Maronitischen Schule von Nicosia anschauen. Hoffentlich demnächst hier oder auf der offiziellen Internetseite zum Besuch von Papst Benedikt XVI auf Zypern oder in der Blogozese. Dank an alle Beteiligten und an Papst Benedikt XVI., der in seinen Grußwort sagte:

"Bei diesem historischen Anlaß des ersten Besuchs des Bischofs von Rom in Zypern komme ich, um euch im Glauben an Jesus Christus zu stärken und euch zu ermutigen, in Treue zur apostolischen Tradition ein Herz und eine Seele zu bleiben (vgl. Apg 4,32)."

Papst Benedikt XVI. besucht die katholischen und maronitischen Gläubigen auf Zypern im Jubiläumsjahr des 1600. Todestages von St. Maron.

Freitag, 4. Juni 2010

ONE HEART ONE SOUL - die offizielle Papstreise-Zypern-Hymne

http://www.papalvisit.org.cy/cgibin/hweb?-A=401&-V=hymns

„Wir möchten Jesus sehen“ (Joh 12,21). Diese Worte berühren uns alle tief. Wie die Männer und Frauen im Evangelium möchten auch wir Jesus sehen, ihn kennen, ihn lieben und ihm dienen – mit „einem Herzen und einer Seele“.

Papst Benedikt XVI. während seiner Begegnung mit der katholischen Gemeinschaft Zyperns am Samstag, 5. Juni 2010
(Maronitische Grundschule ST. MARON in Nicosia)

Die offizielle Internetseite zur ersten Reise eines Papstes nach Zypern

http://www.papalvisit.org.cy/cgibin/hweb?-V=index&_FAA=1&-dindex.html&_VLANGUAGE=en

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mit Papst Benedikt XVI. auf ZYPERN 4. - 6. Juni 2010

Messbuch für die Apostolische Reise nach Zypern:
http://www.vatican.va/news_services/liturgy/libretti/2010/messale-cipro2010.pdf

Direktübertragungen
http://www.radiovaticana.org/ted/web_tv.asp

CyBC Satellite Channel
http://www.papalvisit.org.cy/cgibin/hweb?-A=662&-V=multimedia

Fernsehprogramm der Direktübertragungen auf EWTN:
http://www.ewtn.de/

LIVE EWTN International Deutsch:
http://www.ewtn.de/Stream/stream.php

LIVE EWTN TV English US:
http://www.ewtn.com/papalvisitcyprus/multimedia.htm

Sonntag, 6. Juni 2010
16.30 Besuch der Maronitischen Kathedrale von Zypern in Nicosia
Grußworte des Hl. Vaters
hoffentlich (keine Ankündigung bisher) über
Vatikanisches Fernsehzentrum

alle weiteren Informationen unter
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/travels/2010/index_cipro_ge.htm