Montag, 23. April 2012

Und alle, die ihn berührten, wurden gesund, alleluja. Heilig-Rock-Wallfahrt – 21.04.2012 (Fortsetzung)


Gott sei gelobet immerdar, -der uns in seiner großen Gnad – sein Kleid allhier gelassen hat.
(aus einem Wallfahrtslied)

Heilig-Rock-Wallfahrt der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften – 21.04.2012 (Fortsetzung)

Nach dem feierlichen Pontifikalamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus ordneten sich hinter dem Vortragekreuz die Kleriker, Gemeinschaften mit Unformen, Seine Eminenz, der Hochwürdige Herr Kardinal Brandmüller mit Begleitung und die ca. 2500 internationalen Pilger aller Altersstufen zu einer Prozession, um im Gebet und Lobpreis vereint durch die Stadt zum Trierer Dom zu pilgern. In Eintracht zog die Prozession durch Regen, Wind und Kälte und selbst Kinder und ältere Leute harrten bis zu drei Stunden in der Warteschlage vor und im Dom aus, bis sie endlich den Heiligen Rock im Dom verehren durften.

War man anfänglich noch eine frohe, betende und Gott lobpreisende katholische Prozession gewesen, verfing sich beinahe auch diese Prozession und verlor ihre Geschlossenheit, bevor das Ziel gemeinsam erreicht werden konnte. Das Netz über den Köpfen der Pilger auf dem Vorplatz des Doms entsprach dem Netz, dass die Prozession wie einer geheimen Leitung unterworfen in einen Pavillon auf dem Domvorplatz hineinzug, in dem am Webstuhl Lebensbänder zu einem konturlosen, bunten Ganzen verwoben werden sollten. Praktisch alle Pilgergruppen des Nachmittags und alle Einzelpilger, gleichgültig welcher Konfession, wurden spätestens an dieser Stelle ebenfalls miteinander verwoben und scheinbar frei von Glaubenssätzen und Gruppenzwängen. Es wundert nicht, dass weder die Internetseite des Bistums Trier noch eine 'Heilig-Rock-Facebookseite' die auffällige, traditionell katholische Prozession eigens erwähnte, dafür aber die kleineren und vor allem die Gruppen der getrennten Kirchen, die sich mit unserer Prozession vermischten. Wie soll man da nicht an die Logen-Ideale des ‚Tempels der Vernunft’ denken, dem alle Religionen untergeordnet werden und in dem das Menschenrecht dem Gottesrecht vorgezogen wird. Diese Art Kirche kann natürlich nicht die Kirche Jesu sein, der als guter Hirte sagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Schafstall sind. Auch diese muß Ich herbeiführen und sie werden meine Stimme hören: und es wird ein Schafstall und ein Hirte werden.“ (Joh. 10, 11 – 16).

Dies scheinen vielleicht jene Kopten gespürt haben, die vor dem Dom auf die Seite der katholischen Prozession wechselten, in der zwei junge Männer unermüdlich klassische katholische Lieder anstimmten sowie Litaneien und Rosenkränze vorbeteten.

Leider war es auf unserer Höhe der Prozession nicht möglich, mit einem Lied wie ‚Ein Haus von Glorie schauet’ in den Dom einzuziehen, wie es das Liederheft vorsah. Im Dom beteten zu dem Zeitpunkt gerade zwei Frauen Bittgebete im Sinne der dem katholischen Lehre widersprechenden Befreiungstheologie. Offensichtlich haben sich die Zuständigen auch von der Kreuzestheologie befreien wollen, denn dort, wo man den Heiligen Rock erwartet, nämlich von Engeln und der Muttergottes gehalten als Banner zwischen Himmel und Erde, leuchtet ein freudiges Reklame-Kreuz wie zum Ein- und Ausschalten. Mit Tod und Trauer darf in einem ‚Tempel der Vernunft’ niemand konfrontiert werden. Damit der Heilige Rock keine allzu belastende Angelegenheit wird, hat man ihn gleichfalls herabgewürdigt und in eine Waschschüssel in Form einer Ellipse (griechisch für „Fehlen“, „Aussparung“) versenkt, auf die der Mensch nun gleichsam auf sich selber und seinen Schatten herabschaut.

Wie mahnte uns der Pater doch in einer Betrachtung zum Abschluß des großen Wallfahrtstages so eindringlich um unser Bemühen, das weiße Kleid Jesu, das durch unseren Sünden befleckt wurde, weiß zu erhalten.











Sonntag, 22. April 2012

Gewand des Heils - Votivmesse zu Ehren des Heiligen Rockes am 21.04.2011 in Trier



Im Rahmen der Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften fand am 21. April 2012 ein feierliches Pontifikalamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus statt. Geschätzte 2500 internationale Pilger aller Altersgruppen aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Belgien, Österreich, Polen, Schweiz und weiteren Ländern fanden sich im Kirchengebäude der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin ein und durften dankbar einem feierlichen Pontifikalamt mit Kardinal Walter Brandmüller beiwohnen.

Viele Pilger waren nicht darauf vorbereitet, dass Seine Eminenz Kardinal Brandmüller, der liturgische Dienst der Priesterbruderschaft St. Petrus, die Schola und alle Freunde und Helfer eine Votivmesse zu Ehren des Heiligen Rockes unter denkbar schlechtesten Verhältnissen in einer derzeitig für Körperkultur und z.B. Antikenfestspiele genutzen Halle feiern sollten. Die Gläubigen stellten sich bestmöglich darauf ein und folgte der Heiligen Messe andächtig ohne Kniebänke, ausreichende Sitzmöglichkeiten und Belüftung. Welch fadenscheinige Gründe mag das Bistum Trier angeführt haben, um die Veranstalter an einen Ort mit ungeeigneter Akustik, irritierenden Requisiten, unpassender Beleuchtung und fehlender christlicher Symbolik zu verweisen?

Einzig der Bischof von Trier, Exzellenz Dr. Stephan Ackermann, dürfte sich am ausgewählten Ort zu Hause gefühlt haben, als er vor dem improvisiertem Chorraum Hände schüttelte. Als am Ende überraschend ein lateinisches Dekret von Papst Benedikt XVI vorgelesen wurde, nach dem ein vollkommer Ablaß erlangt werden könne und Kardinal Brandmüller den apostolischen Segen spendete, knieten viele der Gläubigen bewegt nieder. Der Bischof, der mit Rücksicht auf die Protestanten keinen Ablaß erteilen wollte, stand.

Nach dem Pontifikalamt folgte die feierliche Prozession durch die Stadt zum Trierer Dom, wo der Heilige Rock verehrt werden konnte. (Fortsetzung folgt)